Architektur für Infrastruktur – wenn jeder Ablauf sitzen muss

Wer eine Mautstelle plant, denkt in Abläufen: Sichere Wege, Verkehrsfluss, Kontrolllogik. Als Bauherr brauchen Sie für Ihre Mitarbeiter einen funktionierenden, sicheren Schichtbetrieb und ein Bauwerk, das fast wartungsfrei bei jeder Witterung funktioniert. Bauzeit und Budgetrahmen möchten Sie auf jeden Fall einhalten und schnell wieder einen störungsfreien Betrieb aufnehmen.

Genau das haben wir auf der ASFINAG-Mautstelle am Arlberg realisiert und 17 Mio. Euro Projektvolumen in 20 Monaten Bauzeit koordiniert – ohne Provisorium, mit öffentlichem Betrieb zwischen den Etappen.


Das Gleiche haben wir bei der elfspurigen ASFINAG-Mautstelle am Gleinalmtunnel umgesetzt: Hier sorgten wir durch eine Brücke über die A9 für kurze geschützte Wege und reibungslose Abläufe. Diese Brücke wird zur Landmark an der Pyhrn-Autobahn. Als Generalplaner haben wir das Projekt vollständig koordiniert – mit BIM, nachhaltigen Materialien und klarem Fokus auf der Nutzung.

Auch Lärmschutzwände erfordern mehr Planung als nur das Aufstellen einer Wand. Die Anforderungen sind hoch – akustisch, gestalterisch, wirtschaftlich. Bei vielen Autobahnkilometern, die die ASFINAG in Österreich betreut, zählt jeder Meter. Diese Bauwerke dürfen sich nicht monoton durchziehen – sie beeinflussen den Straßenraum über Dutzende Kilometer hinweg. Funktional Notwendiges soll sich in die Landschaft einfügen. Dabei helfen Rhythmus, Materialwirkung, Höhenstaffelung und der kontrollierte Einsatz von Farbe.


Unsere Entwürfe reagieren auf Topografie, Geschwindigkeit und Fahrtrichtung – ohne monoton zu werden oder vom Verkehrsgeschehen abzulenken. Wir stimmen uns eng mit Verkehrsplanung, Statik und Bauherr ab und entwickeln Systeme, die auch in der Ausschreibung und Montage verlässlich funktionieren. So entsteht Gestaltung, die nicht wie eine Wand wirkt – sondern wie etwas, das genau dort hingehört. 

Case Study: Mautstelle Arlberg (ASFiNAG)

Ausgangssituation

Die bestehende Mautstelle am Arlberg stammte aus den 1970er-Jahren. Sie war technisch überholt, statisch problematisch und baulich stark sanierungsbedürftig. Gleichzeitig wurde der Arlbergtunnel umfassend saniert – eine Sperre der Strecke war ohnehin unumgänglich. Dieses enge Zeitfenster wurde zur Chance: Der komplette Neubau sollte während der Tunnelsperre erfolgen, ohne Provisorium, mit garantiertem Öffnungstermin. Die ASFINAG lobte einen internationalen Wettbewerb aus – mit hohen Anforderungen an Funktion, Gestaltung und Realisierbarkeit.


Was haben wir gemacht

Wir gewannen den Wettbewerb 2021 und planten nach einer Ausschreibung als Architekt:innen und Generalplaner das Gesamtprojekt. Der Entwurf umfasst eine oberirdische, überdachte Fußgängerbrücke als zentrales Element:

  • Direkte Verbindung zwischen Mautkabinen und Verwaltungsgebäude
  • Höhenentwicklung angepasst an die Verkehrsführung (Durchfahrtshöhe mind. 4,50 m)
  • Maximale Sichtbarkeit für die Nutzer, gleichzeitig geschützter Zugang für das Personal

Als Generalplaner koordinierten wir:

  • Tragwerksplanung
  • Verkehrsplanung
  • Elektro- und Mauttechnik (inkl. Schrankenanlagen, Kameraüberwachung, Wechselgeldlogistik)
  • Sicherheitsinfrastruktur (Sondertransporte, Überfahrbarkeit der Gegenspur)
  • Bauphysik, Bauleitung, Einreichplanung

Trotz der Änderungen im Raumprogramm direkt nach Projektstart und zahlreicher Detailanpassungen während der Planung hielten wir die Bauzeit ein.

Das Ergebnis
  • Projektvolumen: ca. 17 Millionen Euro
  • Bauzeit: 20 Monate, in zwei Etappen
  • Termintreue: Fertigstellung auf den Tag genau, ohne Provisorium
  • Besonderheit: Öffnung des Tunnels nur möglich bei Fertigstellung der Mautstellen-Oberfläche
  • Technische Integration: Reibungslose Zusammenarbeit mit Fachplanern der ASFINAG
  • in allen Phasen
  • Gestalterischer Anspruch: Verkehrsarchitektur mit Wiedererkennungswert – klar wahrnehmbar schon bei der Anfahrt

AUFTRAGGEBER: ASFiNAG
ORT: St. Jakob am Arlberg
PROJEKTZEITRAUM: 2022 – 2025
BAUZEIT: 2023 – 2024