KULTURBAUTEN, GEMEINDEAMT, MUSEUM UMBAUEN
Denkmalschutz & Kultur – Räume bewahren und neu denken


Oft hat ein altes Gemeindeamt oder ein kleines Museum viel Ausstrahlung – aber passt nicht mehr für den heutigen Betrieb. Die Räume sind schwer lesbar, die Nutzung umständlich, der Alltag fühlt sich an wie ein ständiger Kompromiss. Gleichzeitig spüren wir bei den Bauherren aber den Wunsch, diesen besonderen Ort zu bewahren – nicht als Denkmal, sondern als Teil des öffentlichen Lebens.
Im denkmalgeschützten Gemeindeamt Mauerbach konnten wir genau das möglich machen. Gemeinsam mit der Gemeinde und dem Denkmalamt haben wir den historischen Postkutschenbau zum modernen Gebäude weiterentwickelt. Wir haben tragende Elemente bewusst belassen – auch Böden, Proportionen, Materialien – und gleichzeitig eine völlig neue Raumwirkung geschaffen: mit einem offenen Empfang, einem klar gegliederten Gemeindesaal und moderner Infrastruktur, die sich dezent in den Bestand einfügt. Die Technik tritt nicht in den Vordergrund – aber sie funktioniert dort, wo sie gebraucht wird.
Auch bei Museumsprojekten prüfen wir genau, welche historischen Elemente erhalten bleiben können, wo Technik ergänzt werden muss und wie wir die Wege gestalten. Die BesucherInnen sollten sich intuitiv orientieren können, ohne viel Erklärung.
Viele dieser Häuser wurden immer wieder in Teilen umgebaut – aber nie grundlegend erneuert. Oft fehlt die Klimatisierung, die Beleuchtung erfüllt keine modernen Standards mehr und Sicherheitsvorgaben lassen sich nur schwer erfüllen.
Hier entwickeln wir in enger Absprache mit Bauherren und sämtlichen Stakeholdern nachhaltige Konzepte, die nicht alles umkrempeln – aber alles hinterfragen. Wie können wir etwa sensible Technik so integrieren, dass der Raum seine Wirkung behält? Was braucht es wirklich, damit ein historisches Haus nicht museal wirkt, sondern lebendig bleibt? Unsere Planungen entstehen immer im Dialog – damit Orte, die etwas erzählen, das auch in Zukunft tun.

Kontaktieren Sie uns gerne für eine unverbindliche Erstberatung.
Case Study: Römermuseum Lauriacum, Enns (OÖ)
Ausgangssituation
Enns war einst eines der bedeutendsten römischen Zentren Österreichs – mit umfangreichen Fundbeständen, die lange im sogenannten Lauriacum-Museum gezeigt wurden. Das Museum war im mittelalterlichen Bestand untergebracht – in einer Form, die nicht mehr dem heutigen Anspruch an Präsentation, Komfort und Vermittlung entsprach. Die Ausstellung wirkte überladen, unstrukturiert, das Vermittlungskonzept pädagogisch veraltet – und für ein dauerhaftes Museum nicht mehr tragfähig. Anlässlich der Landesausstellung 2018 wurde das Ziel formuliert, das römische Erbe sichtbar zu machen – und das Museum grundlegend zu erneuern.
Was haben wir gemacht
Wir wurden im Rahmen eines Wettbewerbs beauftragt, das gesamte Gebäude neu zu bespielen – architektonisch, ausstellungstechnisch
und didaktisch. In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen, Pädagog:innen und Grafiker:innen entwickelten wir über drei Geschosse hinweg ein neues Ausstellungskonzept: mit klarem Rundgang, neuen Präsentationsformen und einer Atmosphäre, die dem historischen Ort gerecht wird.
Die technischen Anforderungen waren hoch – konstantes Raumklima, spezielle Lichtführung sowie die Integration moderner Museumspädagogik. Gleichzeitig sollte die Wirkung des Bestands erhalten bleiben. In einer 2-jährigen intensiven Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern machten wir aus dem Gebäude ein modernes Museum – mit grafischem Leitsystem, neuem Ausstellungskonzept und klarer inhaltlicher Führung.
Das Ergebnis
- Komplett überarbeitete Dauerausstellung auf über 1.600 m²
- Entwicklung des Ausstellungskonzepts gemeinsam mit Fachwissenschaft
- Integration moderner Haustechnik unter denkmalpflegerischen Auflagen
- Architektur, Gestaltung und Museumspädagogik aus einem Guss
- Ein historisches Haus, das heute als DAS Römermuseum Österreichs gilt
- Nominiert für slowenischen Big See Award 2020

AUFTRAGGEBER:
STANDORT: Enns
GRUNDSTÜCK: XXXXm²
BEBAUTE FLÄCHE: XXXXm²